Leeres Skrotum, Kryptorchismus - Kinderchirurgie

Leeres Skrotum, Kryptorchismus - Kinderchirurgie Leeres Skrotum, Kryptorchismus. Retentio testis und Hodenektopie . Klicken Sie auf die Bilder für Details   Vorkommen.  Der Kryptorchismus im engeren Sinn (Retentio testis und Hodenektopie) ist ein häufiges Krankheitsbild. Es kommt vor bei 2% der Termingeborenen, 20% der Frühgeborenen, in 1% im Alter von 1 Jahr, und etwas weniger nach Wachstumsabschluss. Klinische Bedeutung. 1. Beeinträchtigung der Fertilität. 2. Verschleierung von Pathologien, die sich im nicht sichtbaren Hoden entwickeln. 3. Psychologische Rückwirkungen. 4. Teilweise erhöhtes Malignomrisiko.  Aetiologie.  Nicht eindeutig bekannt.   Pathologie, anatomische Formen .Illustrationen Bei der Retentio testis bleibt der Deszensus aus oder der Hoden bleibt auf der normalen Deszensusroute stehen: abdominale, kanalikuläre oder hochskrotale Lage. Bei der Hodenektopie weicht der Hoden von der normalen Deszensusroute ab: präfasziale, perineale, femorale, pubopenile und gekreuzte Form. Die präfasziale Hodenektopie wird auch als Gleithoden bezeichnet. Kombination mit Zusatzmissbildungen wie 'long loop vas cryptorchidism', Hoden-Nebenhoden-Dissoziation und Unterbrechung der Kontinuität des Vas deferens. Der Kryptorchismus ist eine häufige Begleitmissbildung zahlreicher urogenitaler und anderer Fehlbildungen, Syndrome und chromosomalen Aberrationen.Details konsultieren Pathophysiologie. Illustration Beim Kryptorchismus kommt es bereits vor dem 1. Lebensjahr und darnach erneut in der Präpubertät zu einem Spermatogoniensterben. Es ist nicht abschliessend bekannt, ob dies eine Zusatzmissbildung des Kryptorchismus oder eine Folge der abnormen Lage des Hodens ist.Details konsultieren Klinisches Bild (Anamnese, Befunde, clinical skills).Illustrationen Bei der Körperpflege beobachten die Eltern ein Skrotum, das immer oder zeitweilig leer ist (kein erkennbarer Hoden). Bei einer Vorsorgeuntersuchung wird ein- oder beidseitig ein leeres Skrotum festgestellt, und der Hoden kann nicht oder an abnormer Stelle getastet werden. Der klinische Befund hängt von der anatomischen Form des Kryptorchismus, aber auch von den Untersuchungsbedingungen und -methoden ab. Clinical Skills: normal entwickeltes oder hypoplastisches Skrotum; Untersuchung am ruhig liegenden Kind, ohne Hast und mit warmen Händen; Untersuchung des Kindes im Schneidersitz. Details konsultieren Natürlicher Krankheitsverlauf .   Jenseits vom 1. Lebensjahr ist ein weiterer Deszensus nicht zu erwarten. Umgekehrt gibt es sogenannte late ascending testes d. h. die Hoden liegen mit 1 Jahr korrekt und im weiteren Verlauf abnorm (kann u. a. bei Pendelhoden, zerebralen Bewegungsstörungen u. a. beobachtet werden). Bei Erwachsenen mit Kryptorchismus (ohne oder mit vorausgegangener Orchidopexie) kann anlässlich der Operation ein Carcinoma in situ oder ein Malignom vorgefunden werden.   Differentialdiagnose.Illustrationen 1. Pendelhoden. 2. Sekundärer Kryptorchismus: nach Leistenbruchoperation, late ascending testis. 3. Anorchie: Primäre Missbildung oder Folge einer intrauterinen oder späteren Hodentorsion, oder einer inkarzerierten Inguinalhernie.Details konsultieren Ergänzende Untersuchungen.Illustrationen Bei ein- oder beidseitig nicht tastbarem Hoden kommen Ultraschall und Untersuchung in Narkose, bei danach beidseits nicht nachweisbarem Hoden eine endokrinologische Untersuchung und/oder als letztes eine laparoskopische Hodensuche in Frage. In jedem Fall von Kryptorchismus ist ein genauer Genitalstatus erforderderlich, und der Ausschluss von Zusatzmissbildungen.Details konsultieren Therapie.Illustrationen Für die Indikationsstellung (Hormonbehandlung versus Orchidopexie) ist von Bedeutung, dass die exakte anatomische Form oft erst anlässlich der Operation bestimmt werden kann. Operativ sind jeder nicht palpable und jeder ektope Hoden und jeder mit einer Inguinalhernie kombinierte Kryptorchismus. Als Operation eignet sich die Orchidopexie nach Shoemaker; bei nicht palpablem Hoden richtet sich das Vorgehen nach dem intraoperativen Befund anlässlich der laparoskopischen Hodensuche.